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Article from SPEX-Magazine Germany

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NEW ORDER i've just copied an article from SPEX-Magazine Germany about New Order "Get Ready" for all those who speak German.

Celebration Generation

Inspiriert von Besuchen der Paradise Garage in den frühen Achtzigern, wurden New Order zu einer der ersten Bands mit Post-Punk-Wurzeln, die sich von dem damals super-hippen Arthur Baker produzieren ließ und so eine Art Electro-Disco für Stubenhocker erfand. Irgendjemand schrieb mal, sie seien die Pet Shop Boys, die auch Indieleute gut finden dürften (in den 80ern war einem Abgrenzung noch lieb und teuer, Baby!).

Im Zuge der Begeisterung für 80er-Jahre-Pop-Produktionen stehen New Order wieder hoch im Kurs, wie man nicht zuletzt an der aktuellen Commercial Breakup-Version von »Bizarre Love Triangle« sehen kann. In dieses Klima hinein veröffentlichen New Order, mittlerweile alle Mitte vierzig, nach acht Jahren Pause und zahlreichen Solo-Projekten (Electronic, Monaco, The Other Two) mit »Get Ready« ein Album, das man diesen Vertretern der gepflegt-stilisierten Lethargie, so energetisch und optimistisch gar nicht (mehr) zugetraut hätte. Obwohl näher an Rock als je zuvor, ist es ein klassisches New-Order-Album geworden, das sich das Privileg leistet, weitestgehend ohne Nostalgie auszukommen. In einem Londonder Hotel fällt es schwer, sich der freundlichen Wortschwälle Peter »Hooky« Hooks zu erwehren, heute wie damals Bassist und Bartträger der Band.

1993/»Republic«/Factory

»Es passierte alles zurselben Zeit. Factory, unser Label, ging Bankrott, die Hacienda, unser Club, hatte viele Probleme, und auch bei New Order gab es persönliche und finanzielle Ungereimtheiten. Alle waren sauer aufeinander. Factory übte Druck auf uns aus, »Republic« fertigzukriegen, um das Ende vielleicht doch noch abzuwenden. Schliesslich mussten wir die Aufnahmen selbst bezahlen, weil Factory einfach kein Geld mehr hatte. Es gibt nichts Schlimmeres als sich sich über Geld zu streiten. Wir hatten den Eindruck, unsere Kunst wurde kompromissbereit, um die Dummheit anderer zu subventionieren. Das Seltsamste ist, dass Tony Wilson, der Chef von Factory, immer noch zu den engsten Freunden der Band gehört. Die Leute können das nicht glauben, er hat uns Millionen gekostet! Heute betreut er den Joy Division Back-Katalog. Freundschaft ist sehr wichtig.«

Punk

»Ich möchte human sein, nicht Teil einer Maschinerie. Guck dir Bands wie Westlife und Boyzone an. Das sind ?money-making machines?. Ich bin stolz darauf, in einer Band zu sein, die eine Fuck-Off-Haltung hat. Das war es, was Bernard (Albrecht, genannt Sumner, New Order-Sänger - der Verf.) und ich mochten als wir '76 die Sex Pistols sahen. Es war der Mut, einen Scheiss darauf zu geben, was die anderen dachten. Steps ist das Gegenteil von dem, wofür Punk stand, all das, wogegen wir gekämpft haben. Wo ist die teenage rebellion?«

Neuanfang

»Wir sind an die Unterzeichnung des neuen Vertrags mit WEA mit dem Factory-Ethos herangegangen, das heisst, wir haben darauf bestanden, die Konditionen festzulegen, also vor allem totale künstlerische Freiheit, andernfalls hätten wir abgelehnt. Nach »Republic« haben wir ca. 5 Jahre keinen Kontakt untereinander gehabt. Wegen der ganzen Probleme um Factory. Unser Manager Rob Gretton hat immer gesagt, dass wir die besten sein könnten, wenn wir nur soviel Mühe in New Order investieren würden wie in unsere Solo-Projekte. Ich mag das Anarchistische daran. Man hat die Chance, das Bestmögliche zu tun, aber man macht es nicht! Schliesslich war es Bernard, der den Kontakt wieder herstellte. Die schlechten Vibes waren weg, der Weg war frei für die Musik. Anders als früher, ist, das Fehlen von Distanz. Mir wurde klar, dass Bernard der Mensch ist, den ich am längsten kenne, seit ich 11 bin, was jetzt 34 Jahre sind. Ich glaube, wir haben heute weit mehr Respekt füreinander als früher. Wenn man jung ist, kriegt man gar nicht mit, dass jemand Probleme hat. So war es auch bei Ian Curtis. Wir haben nicht gemerkt wie schlecht es ihm ging bis es zu spät war.«

Gäste und Freunde

»Diese frechen Hunde haben uns die ganze Zeit kopiert, also dachten wir, es sei an der Zeit, dass sie uns etwas zurückgeben (lautes Lachen)! Es sind alles Freunde, weisst Du. Billy Corgan von den Smashing Pumpkins kam als 15jähriger zu einem unserer Konzerte in Chicago. Billy ist sehr beeinflusst von der ganzen Factory-Szene, und über die Jahre hat man sich immer wieder getroffen bis eine richtige Freundschaft daraus wurde. Er wird auch die Tour mitmachen.Bobby Gillespie, der auf ?Rock The Shack? singt, war früher in einer Band names The Wake, die auf Factory veröffentlichten. Er hat sechssaitigen Bass gespielt und hasst es, daran erinnert zu werden! Ich habe nicht sehr viele Freunde, die Musiker sind, und selbst wenn, würde es mir nicht im Traum einfallen, mit ihnen zu arbeiten. Bernard liebt es! Er sagt:?Lass uns Bobby einladen!? Und ich:?Ja! Lass' uns einen trinken gehen!? Und er:?Nein, lass' uns was zusammen aufnehmen.? Wozu soll das gut sein? Manchmal weiss ich nicht, was mit mir los ist. Und Bobby, so ein lieber Kerl, konnte nicht schlafen in der Nacht vor den Aufnahmen, weil er so nervös war, mit New Order zusammenzuspielen!«

Ein Rock-Album?

»Ich glaube, wir haben zu dem zurückgefunden, was wir am liebsten tun, und das ist zusammenzuspielen. So wie bei Joy Division. Früher habe ich immer gedacht, Bernard sei in Sequencer vernarrt, nur damit er nicht mit uns zu reden brauchte. Wenn man wie Bernard sehr zielgerichtet arbeitet, ist es einfacher, die Vision direkt umzusetzten, und dafür waren Sequencer vielleicht das geeignetste Mittel. Unser Produzent Steve Osborne hat uns dazu bewegt, zusammen zu spielen und das einfach aufzunehmen. Ich dachte immer ?sollten wir nicht noch irgendwas programmieren??, weil es eine Zeit lang nur so lief bei New Order. Es war seltsam, weil man sich nackt fühlte. Es hat viel für mein Selbstbewusstsein gebracht. Zur Zeit von »Technique« und »Republic« habe ich echt gedacht, die anderen wollten mich rausschmeissen. Ich war wahrscheinlich paranoid. Es fällt mir heute noch schwer, die alten Songs anzuhören, die - obwohl sie an sich toll sind - immer Erinnerungen an die düsteren Umstände, unter denen sie entstanden, wachrufen. ?Get Ready? ist die Zelebration meines Lebens, ich bin sehr glücklich darüber.«

Das Album »Get Ready« von New Order erscheint am 27.08., die Single »Crystal« bereits am 13.08., beide bei WEA.

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